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Die Hechinger Sülemaniye Moschee und der Islam
Viel beachteter interreligiöser Dialog mit rund 50 Teilnehmern in der Hechinger Moschee in einer multikulturellen Gesellschaft
Ein außergewöhnliches Interesse hatte der Hechinger Moscheebesuch, von der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft sowie dem Vorsteher der Muslime Mehmet Ali Sarmusak organisiert und vorbereitet, mit interreligiösem Dialog am vergangenen Sonntagnachmittag, wo sage und schreibe rund 50 Teilnehmer zu verzeichnen waren.
Der junge Moscheeführer Semih Akkaya und der Imam Servet Mercan führten kompetent durch die Räume der Sülemaniye Moschee, erklärten die religiösen Rituale und Grundlagen des Islam und gaben anschließend im großen Saal der Moschee erschöpfend Auskunft über das religiöse Leben, wobei türkische Frauen türkische Spezialitäten servierten, denen man genüsslich zusprach.
Vor Eintritt mussten die Teilnehmer ihre Schuhe ausziehen, die Strümpfe durften anbehalten werden, da man sich, wie es der Islam vorschreibt, im Gebet niederwirft und die Stirn auf den Boden legt, muss die Moschee von allem sauber sein, erklärte der junge Student Semih Akkaya. Im Übrigen sei die Moschee ein Ort der Zusammenkunft, Versammlung und Platz der Niederwerfung, so wurde erklärt.
Man war nicht nur erstaunt über die Gebetsnische, die sich ganz vorne und zentral in Richtung zur Kaaba in Mekka befand, sondern über das ganze Ambiente. Die Moschee dient, wie Semih Akkay erklärte, als soziales, kulturelles, wissenschaftliches, pädagogisches und religiöses Zentrum, wo besonders die Kuppel im architektonischen Stil in halbförmigem Stil mit Fresken bemalt mit einem wunderschönen Aussehen und hervorragender Akustik alle in Bann hielt. Der Moscheeführer erklärte die einzelnen Objekte wie zum Beispiel den Lehrstuhl, die Gebetsnische und die Predigtkanzel.
Symbolisch wurde die Vorführung der rituellen Waschung gezeigt und darauf verwiesen, das man Hände, Gesicht, die Arme bis zu den Ellenbogen und Füße bis zu den Knöcheln wäscht und sich innerlich vorbereitet. Die Muslime fühlen sich, wie Semih Akkay erklärte, nach er Waschung erleichtert und gewinnen so an innerer Ruhe.
In einer weiteren Stufe wurde das mystische Gebet zu Gott erklärt, wobei die Vorführung des Gebetes inklusive deren Bedeutung der einzelnen Schritte aufmerksam verfolgt wurde. Der Gebetsruf sei das Symbol, das den Anfang der Gebetszeit ankündigt, er habe einen Stellenwert wie das Glockenläuten der Kirchen, wie Semih Akkya hinwies. Man richte sich im Gebet immer in Richtung Mekka, wo das Heiligtum, die Kaaba, verehrt werde.
Anhand von Impulstexten von Ephraim Lessing aus „Nathan der Weise“, von Hans Küng aus seinem Projekt „Weltethos“ und von der Friedenskonferenz unter Leitung von Papst Benedikt XVI. in Assisi bis zum islamischen Theologen und Buchautor Mouhanad Kohriche eröffnete und leitete Vorstandsmitglied Hannes Reis im großen Saal vor 70 Teilnehmern den interreligiösen Dialog ein.
Der Fragenaustausch hinsichtlich der Religionen mit teils theologischem Inhalt war sehr rege. Es wurden dabei Dinge gestreift und angesprochen wie zum Beispiel soziale, politische und kulturelle Aspekte. Es wurde dabei festgestellt, dass der Dialog unter den verschiedenen Religionen gefördert und vertreten wird, auch von islamischer Seite, wie der Imam Servet Mercan andeutete. Dabei trat deutlich zutage, dass die beiden Religionen sehr viele Parallelen aufweisen, dass Glaube an einen Gott und der Frieden auf Erden von beiden Religionen gefördert und vertreten werden. Die Nächstenliebe, das untermauerten Semih Akkaya und Servet Mercan, egal welcher Religion, Nationalität oder Kultur, werden von beiden Religionen stark gefördert.
Das Fazit und Resümee an diesem Nachmittag war bei allen Teilnehmern durchweg positiv und der Dank von Hannes Reis und den islamischen Gastgebern war geprägt von Zuneigung und Respekt mit dem Wunsch den begonnenen Dialog „der Besonnenen“ fortzusetzen. Hannes Reis überreichte stellvertretend Frau Duna für das leibliche Wohl ein Blumengebinde und schloss die äußerst fruchtbare Begegnung mit dem Tagesspruch aus dem Koran: „Was immer du auf Erden verschenkst, es wird dich in den Himmel begleiten.“
Für 2013 plant die h-jg einen Besuch in der Alten Hechinger Synagoge. Erste positive Kontakte wurden bereits mit dem Verantwortlichen des Synagogenvereins geknüpft. Dr. Karl-Heinz Schäfer machte sich zum Sprecher aller Teilnehmer, lobte insbesondere den interreligiösen Dialog aufs Beste und die ausgleichende Atmosphäre. (Bericht von Horst Bendix)
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