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Schritt für Schritt auf dem Jakobsweg von Esslingen nach Tübingen

26. / 27. August 2011 - Bericht aus dem Schwabo

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Hohenzollerische Jakobusgesellschaft mit den „schwäbischen Inkas“ immer der Muschel nach

Wieder einen ganz neuen Wegeabschnitt auf dem Jakobsweg, sagten sich rund 14 Teilnehmer aus der ganzen Region und darüber hinaus, als sie sich in Esslingen am Neckar am vergangenen Freitagmorgen bei strahlendem Sommerwetter trafen.

Die Pilgerstrecke führte zunächst am Kloster Denkendorf, dem ehemaligen Jagdschloss Einsiedel, an kleinen Kapellen, Wegkreuzen oder Bildstöcken vorbei bis in die Universitätsstadt Tübingen. An zwei Tagen bald 60 Kilometer zu laufen, war kein Pappenstiel.

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„Nur wo du zu Fuß warst, da warst du wirklich…“, und los ging es mit Rucksack auf dem Buckel bei drückender Hitze zunächst zwei Kilometer am Ufer des Neckars entlang führte die Etappe zum Pliensauturm, dann durch den Merkel-Park vorbei an der hübschen alten Villa Merkel, im Hintergrund die vollbehangenen, herrlichen Rebhügel, die aus dem Neckartal herausragten.

Dennoch war Lachen und sich unterhalten nicht verboten, im Gegenteil, als man über den Neckarsteg die Serpentinen im Gänsemarsch hoch kraxelte, kam es einem vor, als könnten sich die „schwäbischen Inkas“ der Hitze und dem Zauber des Sommers nicht entziehen, sie schnauften ganz schön, als man nach einem Waldstück Berckheim erreichte. Nun breitete sich auf dem Höhenzug die herrliche schwäbische Alb aus mit Burg Teck und der Burgruine Hohenneuffen.

Man hatte mit Rolf Seeger aus Rottenburg das Glück, einen kompetenten Mitpilger zur Hand zu haben, der nicht nur im Kloster Denkendorf die geschichtsinteressierten Pilger begeisterte, sondern auch von der Klosterschule zu berichten wusste, unter anderem von Friedrich Hölderlin, der als einer der berühmten Zöglinge aus der Klosterschule hervorging. Das Kernstück ist die eindrucksvolle Krypta mit der symbolischen Darstellung des Grabes Jesu.

Schritt für Schritt erreichte man dann die Lindenhöfe, ein Pferdegestüt, wo der Landwirt den durstigen Pilgern einen Most servierte, und bald blickte man auf die ganze Albkette vom Hohenstaufen bis zur Burg Hohenzollern. Das Endziel des ersten Tages war nun erreicht, im Tal grüßte Neckartailfingen. Wo könnte man die Gastfreundschaft nicht besser spüren, als bei Frau Christl Heilemann im Gasthof „Schwanen“, wo im licht durchflutenden Ambiente des Jakobsaales mit hausgemachten Speisen das Abendessen eingenommen wurde.

Der zweite Tag wollte es so, dass man zunächst eine Abkühlung von mindestens zehn Grad hatte, der Regen war zu riechen, die Meteorologen im Fernsehen hatten recht: Regenkleidung war zunächst angebracht, als man die Wirtsstube verließ. Dann ging es immer steil aufwärts bis nach Schlaitdorf mit seinem romantischen Brücklein über den Höllenbach und schon kamen die ersten Häuser von Altenriet in Sicht, wo die Erfindung der Brezel durch Leopold Schwenk sowie Rolf Seeger die Runde machte.

Und das verleitete zum Schwätzen. An Dörnach und Rübgarten vorbei gelangte man in den Bereich Einsiedel , wo sich eine wechselhafte Geschichte zeigte. Hier luden die „Freizeitler“ gerade das Auto und „wir“ durften die letzten Reste zur Kaffeezeit vervespern. Welch eine Wohltat! Jetzt waren es noch immerhin zwölf Kilometer bis in die Universitätsstadt Tübingen, man blickte zur Uhr und begab sich schnurstracks in den Wald hinein zum Naturschutzpark Schönbuch, der sich wahrlich in einen „Märchenwald“ verwandelte, denn bald schon war man mitten auf dem Martinusweg, wo sich wiederum Rolf Seeger sehr gut auskannte, denn er hat erst vor wenigen Wochen diesen Weg mit Hinweisschildern versehen.

Das Kloster Bebenhausen ließ man rechts liegen, pilgerte über Pfrondorf und Lustnau direkt an der Ammer entlang in die Altstadt des geschichtsträchtigen Tübingen, wo beim „Neckarmüller“ bei Speis’ und Trank die zweitägige Pilgerfahrt endete. Mit dem Dank an alle ging man auseinander, um sich vielleicht am zweiten Adventwochenende im Cisterzienserinnen-Kloster in der Abtei Lichtenthal mit Blick hinter die Klostermauern zu treffen. Wahrlich ein großartiges Pilgererlebnis ging zu Ende!

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