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Pilgertag – 27.10.2012

Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind...

Auf dem verschneiten Martinusweg im Dekanat Rottenburg

Trotz Schnee und Wind pilgerte eine Pilgergruppe mit Rolf Seeger auf dem Martinusweg von Tübingen nach Rottenburg. Nach einer geistliche Einstimmung mit Gebet und Liedern im Tübinger Wilhelmsstift und mit dem Pilgersegen durch Monsignore Martin Fahrner startete die Gruppe über den Tübinger Marktplatz zum Schloss und hinauf zum Bismarckturm. Dort  zeigte ein Text wie die Leuchtkraft des Hl. Martin durch die Jahrhunderte hindurch bis heute viele Menschen und Gemeinden zu sozialem Engagement anregen kann. Dies im Vergleich mit den zu Ehren Bismarcks im 19. Jahrhundert gebauten Türmen, auf denen damals Feuer entzündet wurden.

 Nach Gebeten und einem Lied ging es über den verschneiten Spitzberg, wo ganz unterschiedliche Wegzeichen den ein und denselben Weg markieren. Dies inspirierte zu der Aussage: „Es ist der Weg selbst und das Unterwegssein was Menschen miteinander verbindet, unabhängig von Wegzeichen und deren Motiven“. Unter Schneetreiben und Nebel ging es weiter. Schnee und Nebel verhinderten später beim Verlassen des Waldes die Aussicht auf die Wurmlinger Kapelle, in der man sich Schutz im Trockenen ersehnte. Dankenswerter Weise kam Heiner Schall mit dem Schlüssel zur Kapelle hoch, damit die Pilger sich mit heißem Tee und Vesper aufwärmen und stärken konnten. Danach führte Heiner Schall in die Geschichte der Kapelle ein. Nach einer Meditation und Gesang ging es hinunter zur Pfarrkirche zu ihrem eher unbekannten Hl. Briccius als Patron. Manche lernten Briccius als Schüler, Diakon und Nachfolger des Hl. Martin erst hier kennen. Briccius und Martin, zwei, die Himmel und Erde verbinden, auf ganz eigene Weise. Sie kennenzulernen lohnt sich, der eine als Heiliger der Nächstenliebe, der andere im Bemühen um Gerechtigkeit und Wahrheit im Alltag, als Patron der Juristen und der zu unrecht verleumdeten Menschen.

Die  Martinusskulptur in Rottenburg als letzte Station sollte dazu anregen ihre Aussagekraft zu deuten, wie heute Bedürftige und Helfende sich nach dem Vorbild des Hl. Martin begegnen sollen, nämlich auf gegenseitiger Augenhöhe und Zuwendung. Unter Glockengeläut zogen die Pilger zum Dom St. Martin, wo am Portal Dompfarrer Kiebler die Pilger einzeln begrüßte. Im Chor des Domes vor der Statue des Hl. Bischofs Martin   

war man dankbar für die glückliche Ankunft und sang: Großer Gott wir loben dich.. Es war das Ziel des Pilgertages erreicht. Ein Höhepunkt bildete jedoch die Pilgermesse zum Hl. Martin mit dem Dompfarrer. Am Schluss des Gottesdienstes segnete er die Anwesenden alle persönlich mit der Relique des Hl. Martin und erbat für die Anwesenden Gesundheit und Schutz für Leib und Seele. Nach der gemütlichen Einkehr am Marktplatz empfanden wir den Pilgertag trotz Schnee und Wind als wohltuende und wegweisende Unterbrechung des Alltags.

Danke für's Mitpilgern und Euch allen ganz herzliche Grüße und auf die Fürsprache des Hl. Martin eine gesegnete Zeit.

Rolf Seeger

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