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Pilgerausflug in die nördliche Oberpfalz, 03. - 06. Oktober 2012

Der Geschichte auf der Spur

Hohenzollerische Jakobusgesellschaft auf Bildungsreise in der nördlichen Oberpfalz mit Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Auf Bildungsreise in der nördlichen Oberpfalz war kürzlich die Hohenzollerische Jakobusgesellschaft, um einmal die Heimat ihres Vorstandsmitgliedes Hannes Reis aus Hechingen-Stetten näher kennen zu lernen, sie aus einer ganz anderen Sicht zu erfahren, und sie wurde wahrlich zu einer unvergessenen, eindrücklichen Bildungsreise mit Beschaulichem, Originellem und den tiefen Spuren eines düsteren Kapitels deutscher Geschichte, nämlich der fast vierstündigen, langsamen Annäherung durch das Konzentrationslager im „Tal des Todes“ mit Margit Seiler.

„Für mich war diese Stätte des Grauens, wo Menschen wie ein Stück Dreck degradiert und behandelt wurden, eines der tiefsten Erlebnisse, die ich jemals erfahren habe“, dies sagte eine Teilnehmerin nach dem Besuch des KZ in Flossenbürg tief erschütternd.

Margit Seiler erwähnte in ihrem Rundgang, dass diese Stätte ein europäischer Erinnerungsort sei, wo rund 100 000 Häftlinge zwischen 1938 und 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg gefangen gehalten wurden, um durch Zwangsarbeit die Granitvorkommen am Ort auszubeuten. Rund 30 000 von ihnen kamen während der unbarmherzigen Haft ums Leben!

Das Gelände, in dem die Hohenzollerische Jakobusgesellschaft wandelte, umfasst rund die Hälfte des ehemaligen Häftlingsbereichs und Teile des SS-Bereichs. Wie die Führerin, die authentisch die Geschichte von Flossenbürg aufbereitete, mitteilte, seien einige der Originalgebäude erhalten geblieben, darunter drei Wachttürme, das Krematorium, Teile des Arrestbaus sowie die ehemalige Lagerwäscherei und –küche.

Anhand einer Dauerausstellung gab sie so den Teilnehmern einen historischen Überblick, griff die Ausstellung im Untergeschoss mit Einzelschicksalen heraus, schloss mit den historischen Räumen des „Häftlingsbads“. Das Außengelände umfasste Informationstafeln, führte die Teilnehmer zu den erhaltenen und sichtbaren Spuren des KZ und schloss das „Tal des Todes“ mit ein.

Man könnte noch so viel von den Greueln in Flossenbürg erzählen, eines aber noch: Vom evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der im Februar 1945 von der Schutzstaffel der SS, wie Margit Seiler authentisch erzählte, nach Flossenbürg verschleppt und am 9. April durch den Strang hingerichtet wurde.

Die Hohenzollern erinnerten sich sofort an die spirituellen Worte Bonhoeffers: „Von guten Mächten…, Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Ein anderes Kapitel: Schon zu Beginn hatte man die erfreuliche Begegnung mit den Geologen Martin Füssl und seiner Frau Bettina Bongart, die eine Reise durch Zeit und Raum über den Parksteiner Geopfad, wo sich vor vielen Millionen Jahren glutflüssiges Gestein, das man heute als Granit bezeichnet, ansammelte. Hier kam man anschließend im gemütlichen „Bergstüberl“ während der vier Tage unter.

Am andern Tag stand der Besuch der Zisterzienserinnen-Abtei mit Basilika und Klosterbibliothek auf dem Programm. Die Klosterkirche gehört zu den prächtigsten Barockbauten in Süddeutschland, auch hier wartete bereits der Kirchenführer auf die Gäste aus dem Hohenzollernland. Die Waldsassener Stiftsbibliothek war ein besonderes Highlight auf dieser Bildungsreise, wie allseits anerkannt wurde. Die verschiedenen Facetten des Hochmuttes wie Zorn, Dummheit, Eigenbrötlerei, Spottlust, Prahlerei, Ignoranz, Hoffart, Eitelkeit, Neugierde und Heuchelei waren in großen Figuren angeprangert und Zeichen des Ausstattungsprogramms.

Die Kappl, eine Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit, waren weitere Programmpunkte, besonders als der über 80-jährige alte Kapplwirt Konrad Rosner von früher erzählte. Es war Mucksmäuschen still in der Wirtsstube, als er verschiedene Begegnungen im damaligen Zonengebiet Revue passieren ließ. Auch ein Besuch von Eger (Dschep) zählte zum Programm, wo man die Sehenswürdigkeiten der Stadt eindrücklich erlebte.

Ein Rundgang durch das historische Klosterdorf in Speinshart mit Abschluss in der „Wieskapelle“ und der Prämonstratenserabtei zählte ebenso zum reichhaltigen Programm, das von Hannes Reis so hervorragend organisiert war. Abschluss war in der Freizeitanlage „Rußweiher“, dem größten Moorbad Nordbayerns.

Fotos

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KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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Zum Gedenken an Dietrich Bonhoeffer

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Parkstein

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Basilika Waldsassen

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Waldsassen

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Wallfahrtskirche Kappl

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Kappl

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Klosterdorf in Speinshart

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Klosterdorf in Speinshart

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