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Pilgerstammtisch - Die neunte Veranstaltung - am 24.Oktober 2009 in Ostdorf bei Balingen

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Bericht von Adolf Klek, der uns auf dem ganzen Weg führte:
An der Zubringerstraße von der B 27 - zur Autobahn trafen sich im “Kühlen Grund” bei der Mischanlage der Firma Stumpp anfänglich 20 Personen auf Einladung von Irma Schwarz und Hermi Braune am 24. Okt. 2009.  Die Tage vorher waren sehr regnerisch gewesen, aber an diesem Samstagnachmittag schien die Sonne ganz warm. Nach dem Überqueren der Eyach gab es bei der “Böllatmühle” den ersten Halt. Adolf Klek, Schulamtsdirektor i.R. und kundiger Führer, erzählte vom Werden und Vergehen des Dorfes “Anhausen”. Hier, an der Grenze zwischen den Herrschaftsbereichen Zollern, Hohenberg und Württemberg, hatte einst ein Dorf mit Kirche und Friedhof  existiert. Eine Pestwelle hatte dazu beigetragen, dass der Ort bis auf die Mühle abging. Ein Eremit lebte noch allein im “Bruderhäusle”.

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Wir stiegen hinauf zur weiten Hochfläche der Markung Ostdorf. Sie ist durch gutes Ackerland geprägt, weshalb die Bauern hier zu den reichsten im Oberamt Balingen gehörten. Am Rande der Hochfläche zum Eyachtal hin hatte in der Burg “Hammerstall” der Ortsadel von Anhausen seinen Sitz. Das Geschlecht zog später in die Reichsstadt Reutlingen und gehörte dort zur führenden Oberschicht. Der asphaltierte Weg durch Streuobstwiesen und Äcker ermöglichte fortwährend den Blick zum Trauf der Schwäbischen Alb vom Hohenzollern bis zum Plettenberg. Die Kirche von Steinhofen markierte den Verlauf der Schweizerstraße, auf der die Geistesgrößen in der Zeit der Klassik in die Schweiz und nach Italien reisten.

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Im Kirchhof von Ostdorf angekommen, fand die Gruppe einen mit Zwetschgen- und Zwiebelkuchen gedeckten Tisch vor, dazu Getränk. Die beiden Schwestern Irma und Hermi hatten diesen Pilger-Stopp vorbereitet.

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Es folgte dann als Höhepunkt des Pilgerstammtisches der Besuch der Medarduskirche. Unser Begleiter Klek erläuterte die Bauteile als Niederschlag der Frömmigkeit unterschiedlicher historischer Epochen. Über dem ersten Altar ragt als Wegweiser zum Himmel der massige Turm auf. Im Altar war eine Reliquie des fränkischen Bischofs Medardus (um 500 n.Chr.) eingelassen, wohl über eine hochadelige Frau im 9. Jahrhundert gestiftet. Ihm ist die Kirche geweiht. Während es in Frankreich viele Medarduskirchen gibt, ist in Württemberg sonst keine mehr zu finden. Der gotische Chor führte den Gottesdienstteilnehmern das himmlische Paradies vor Augen. Drei Wandgemälde aus der Zeit nach der Reformation stellen die Kernaussagen des Glaubensbekenntnisses dar.Das weiträumige Kirchenschiff wurde 1832 im klassizistischen Stil als reine Predigtkirche erstellt. Das Licht der Aufklärung sollte durch die großen, glasklaren Fenster zum Ausdruck kommen. Der königliche Bauinspektor Carl Christian Nieffer schuf in diesem Geiste damals eine Reihe von Kirchen um Balingen. Beachtung verdienten auch der Taufstein im Stil antiker Amphoren, das Altar-Kruzifix aus der Renaissancezeit und die Orgel im barocken Gehäuse. Eine Turmbesteigung führte zu den drei Glocken, wovon die älteste 1474 gegossen wurde und stolze 18 Zentner wiegt.

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Zum Abschluss wanderte die inzwischen angewachsene Gruppe zum Schützenhaus am Ortsrand, um dort ein Abendessen einzunehmen und gemütlich beisammen zu sitzen.
Hier hatte auch der Präsident Wolfgang W. Meyer die Möglichkeit die siebente Auflage seines inzwischen ziemlich gewachsenen Buches über die Jakobswege zwischen Würzburg und Einsiedeln vorzustellen.

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