ZollerCoverPage0811

7. Pilgerstammtisch - Treffen am 25. Juli (Jakobustag) 2009 in Burladingen und Starzeln

Auf sanft gewellten Hochflächen gewandert, das geschichtsträchtige Ringingen
sowie die Urkirche in Killer besucht - das war das Programm der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft am Jakobustag
.

Stammtisch7-1

 Erlebnisse suchen, einfach aus dem Alltag ein wenig aussteigen -  das wollten die rund zwei Dutzend Jakobspilger, die teilsweise aus dem  Böblinger und Stuttgarter Raum angereist kamen und sich am Eingang zur  Burladinger Josengasse mit Wolfgang W. Meyer, dem Präsidenten der  Jakobusgesellschaft, trafen. Genau an dieser Stelle würde der Kulturwissenschaftler  und Jakobswege-Buchautor gerne eine Statue des heiligen Jakobus  aufgestellt wissen. Meyer hofft, Pfarrer Konrad Bueb als Wegbereiter  dieses Vorhabens gewinnen zu können. Das Kapital Burladingens ist seine wunderschöne Natur,  lobten vor allem jene Pilgerwanderer, die aus städtischen Regionen den  Weg hergefunden hatten.

Stammtisch7-2

Nach einem kurzen Abstecher zur Fehlagasse, wo eine Jakobusdarstellung dem Gesicht  von Burladingen sicherlich gut täte (die Idee existiert schon seit  einigen Jahren, wie eine Fotomontage hier zeigt, nur daß es außer  Pfarrer Bueb noch keine Befürworter oder gar Sponsoren gibt).

Stammtisch7-3
Stammtisch7-4

Die Wanderroute führte auf dem hohenzollerischen Jakobsweg  nordöstlich der Häuserzeilen von Burladingen entlang über sanft  gewellte Hochflächen gen Ringingen. Dort wurde die Pilgerschar von  Jakob Nadler begrüßt, einem äußerst profunder Kenner der Ringinger  Kirchen- und Heimatgeschichte, der gleich auf die Spuren des  Jakobskultes am "Saumärkt" an der Einmündung zur Hilbgasse einging. Die Pilger waren vom Gesehenen und Gehörten stark  beeindruckt. Speziell der hölzerne Bildstock, der an den alten  Pilgerweg und an das 1530 erwähnte Sankt-Jakoben-Käppele auf der Staig  erinnerte, zog alle in seinen Bann. Im November 1988 wurde der  Bildstock eingeweiht, nachdem fünf Ringinger mit dem Namen Jakob, eine  Jakobine und zwei Angehörige von verstorbenen Jakoben die Initiative  ergriffen hatten.Einst stand in der Nähe eine Kapelle, die dem Heiligen  Bernhard von Clairvaux gewidmet war, berichtete Jakob Nadler. Bald  standen die Pilger vor der Martinskirche, wo sie Nadlers kundige und  engagierte Führung erleben durften. Näheres über die Spuren den Jakobspilger und den Jakobuskults in dieser Region finden Sie hier!

Stammtisch7-5

Einen halben Kilometer weiter gelangte die Gruppe durch die Dorfstraße  an einen kleinen Brunnen, der Quellwasser führt und an die ehemalige  Galluskapelle von Ringingen erinnert.

Stammtisch7-6

Die Kirche St. Martin - Jakob Nadler ist ein ausgezeichneter Kenner historischer Verhätnisse in Ringingen und der Martinskirche. Über die Martinskirche hat er auch ein Büchlein verfasst  und auch die Hintergründe eines Bildes mit einer Pilgergruppe  herausarbeiten können.

Stammtisch7-7

Alexius und Franz Xaver sind die an der Decke abgebildeten Pilger.

Stammtisch7-8

Nach einer Kaffeepause im "Hirsch" ging es über die Allee, die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts von Frischvermählten angepfanzt  wurde und dann den alten Karrenweg hinunter nach Killer, wo Wolfgang W. Meyer an die rund 500 Jahre alte Jakobsbruderschaft erinnerte. Diese Gebets- und Totengedenkbruderschaft wurde von  Pfarrer Kaspar Schuler und Bürgern aus Jungingen und Killer ins Leben  gerufen.

Stammtisch7-9

Im Innern der Kirche Mater Dolorosa erläuterte Wolfgang Meyer die  farbig gefasste Jakobsstatue aus dem 15. Jahrhundert, die am rechten  Knie einen Schlitz hat, um Spenden für die Bruderschaft einzuwerfen.  Auch auf den Deckengemälde von Franz Ferdinand Dent ist, wie Meyer  erklärte, ein Jakobspilger zu sehen. Dieser wenden dem Betrachter aber  den Rücken, weshalb keine Jakobsmuschel zu erkennen ist. Dann riefen die Glocken vom Turm zum Festgottesdienst am Jakbostag, den Pfarrer Konrad Bueb zelebrierte. Bruderschaftsmeister Roland  Simmendinger nahm das Lektorenamt wahr. In seiner Predigt zeigte Pfarrer Bueb auf, dass das ganze  Leben ein Pilgerdasein, ein Unterwegssein sei. Die Fürbitten waren auf  das Glaubenszeugnis gerichtet, auf die beiden Jakobusbruderschaften.  Mit einem Handschlag der beiden Vorsitzenden, Wolfgang Meyer und Roland Simmendinger, wurde die Festmesse beendet.

Stammtisch7-10

Pfarrer Bueb, unser neues Mitglied.

Stammtisch7-11

Die Bruderschaft Killer traf sich anschließend zur Hauptversammlung  im "Lamm", die Hohenzollerische  Jakobusgesellschaft im Café Abele (wo aber die die Vegetarier zu kurz  kamen) in Starzeln, wo Wolfgang Meyer in Bildvorträgen einige  Jakobswege vorstellte.Von drei Wanderungen gab es zwei Bildervorträge - der portugiesische Jakobsweg von Burgos nach Muxia und Finisterre und der Camino del Ebro, von Amposta nach Zaragossa, sowie eines weiteren Zugangs über den Monserrat kurz nach Barcelona.
Text: hauptsächlich von Horst Bendix, veröfentlicht in der HZ am 30.7.2009

Nach dem Pilgerstammtisch ist vor dem Pilgerstammtisch:
Das nächste Mal treffen wir uns am 13.9.2009 in  Hechingen-Stetten. Organisator ist Hannes Reis (Vorstand Klosterkirche  Stetten) und Horst Bendix organisiert die Wanderung davor.