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Winterwanderung 25./26. Januar 2014 “Hinter die Klostermauern schauen”

„Das Schiff, das sich Gemeinde nennt“

Rund 25 Pilger der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft in der klösterlichen Abgeschiedenheit im Einkehr- und Tagungshaus im Kloster Kirchberg

Wie jedes Jahr war das Winterpilgern der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft am vergangenen Wochenende ein Highlight für rund 25 Pilger. In der Abgeschiedenheit der Landschaft suchte man das ehemalige Kloster Kirchberg mit seiner wunderschönen Anlage sowie das nur einen Steinwurf weit entfernte Hofgut Bernstein auf. Die Teilnehmer konnten dabei so richtig „auf- und durchatmen“.

Der Aufforderung des Vorsitzenden der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft, Hannes Reis, „Geh mit mir“ kam man gerne nach, als sich die Teilnehmer vor dem großen Torbogen, wo steinerne Statuen die himmlische Welt repräsentieren, im ehemaligen Nonnenkloster Kirchberg, in den Gebäuden das „Berneuchener Hauses“, als geistliches Einkehr- und Tagungszentrum, trafen.

Zunächst pilgerte man über die „Heideneistrecke“ in Richtung Bergfelden, das eingebettet und umgeben ist von Wacholderheiden. Dort angekommen wurde die Pilgerschar vom evangelischen Ortspfarrer Oliver Velm begrüßt. Er stellte seine exzellente Führung, die durch geistliche Impulse immer wieder stark aufgefrischt wurde, durch die mittelalterliche Wehrkirche („Weilheim lässt grüßen“) aus dem 15. Jahrhundert unter das Motto „Das Schiff, das sich Gemeinde nennt“.

Beglückt über das Gehörte verabschiedeten sich die Jakobspilger mit einer meditativen Andacht nicht ohne Pfarrer Velm einen Obolus für die Kirchenrenovation mitzugeben, über die er sich sehr freute. Im Gasthof „Linde“ wartete das Mittagessen, danach ging es wieder auf die „Heideneistrecke“ auf steilen Serpentinen empor zurück über Wald und Feld zum Kloster Kirchberg, das man gegen 17 Uhr erreichte.

Nach Zimmerverteilung trafen sich die Pilger zu einer Abendandacht im Konventgebäude, um danach das Abendessen in einem extra für die Pilgerschar hergerichteten, herrlichen Raum einzunehmen. Der evangelische Pfarrer Lothar Müller erschloss danach mit einer Führung durch die Räumlichkeiten, wo man das Lebensbild der damaligen Nonnen nachvollziehen konnte, die geistliche und wirtschaftliche Bedeutung des Klosters.

Über die weiter greifenden Zusammenhänge des Klosterlebens wurde ausführlich berichtet und manches zur Sprache gebracht, was die wissbegierigen Pilger in Erstaunen versetzte. Abschluss des Tages war ein geselliges Beisammensein in der „Brunnenstube“, wo der beglückende Tag auch dann zu Ende ging.

Der Sonntagsgottesdienst wurde sehr feierlich veranstaltet mit Fahnenträger, dem Geistlichen Leiter des Berneuchener Hauses, Pfarrer Matthias Gössling sowie weiterer Geistlicher und einem vorzüglichen Orgelvirtuosen. Vom Geist und den Formen der Frömmigkeit waren alle Pilger begeistert ging man zum gemeinsamen Abendmahl, zu dem Pfarrer Gössling einlud.

Dann stand ein weiteres Highlight auf dem Programm, als man das Hofgut Bernstein ansteuerte. Hier erwartete Anorthe Kraft bereits die Pilgergruppe, die sich danach in den Räumlichkeiten von Bernstein sehr wohl fühlte, das um 1237 als Waldbrüderhaus von Stiftern gegründet wurde, wie eingangs die Führerin mitteilte.

Anorthe Kraft gab Wissenswertes vom ehemaligen Kloster und Hofgut preis, beantwortete Frage zur Landwirtschaft, die auch ein wichtiges Standbein, neben dem Ferienhof, ist. Im Jahre 1946 gründete der Glatter Kunstschaffende Paul Kälberer eine Schule zur Ausbildung von Künstlern. Letzter Schulleiter bis 1955 war HAP-Grieshaber, von dem anschließend der bekannte Ascheengel in der Gruft der Kirche bestaunt wurde.

Seit 1969 ist Bernstein ein eigenständiger landwirtschaftlicher Hof, wie Anorthe Kraft hinwies. Sie zeigte Räumlichkeiten, wo Tagungen, Seminare, Hochzeiten neben anderen Festivitäten stattfinden. Man kann auch in Doppel- und Einzelzimmern übernachten in diesem reizenden Tal mit der einzigartigen Atmosphäre.

Am Schluss dieser beiden beeindruckenden Tage erinnerte man sich an die Worte des Vorsitzenden: „In Wirklichkeit ist das eigene Herz das Kloster, aber das haben wir noch nicht erkannt. Deshalb brauchen wir ein äußeres Kloster zur Erinnerung an das innere Kloster.“

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